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Es hat sich wohl schon herumgesprochen: Inzwischen ist es für Unternehmen so gut wie unmöglich ohne Controlling noch einen Kredit zu bekommen. Das stößt immer wieder auf Unverständnis, weil viele denken, dass es bei der Kreditwürdigkeit doch um ganz andere Faktoren geht.

Ja: Controlling ist ein kontroverses Thema, zu dem viele Vorurteile und viele Interpretationen im Umlauf sind.

Dabei bedeutet Controlling in erster Linie:

  • Ziele für das Unternehmen zu definieren.
  • Den Weg, der zu den Zielen führen soll, abzustecken.
  • Und laufend zu überprüfen, ob das Unternehmen noch auf dem richtigen Weg ist oder ob Kurskorrekturen notwendig sind.

Controlling ist also weder Erbsenzählen noch Berichteschubsen, sondern es ist vor allem für das Unternehmen selbst wichtig, um im Alltagsgeschäft nicht die Orientierung zu verlieren.

Aber warum sind Banken so erpicht darauf, dass Unternehmen, denen sie Kredit geben sollen, aktives Controlling betreiben? Dafür gibt es gute Gründe, die in erster Linie auch im Interesse der Unternehmen selbst sind:

 

1. Controlling ist notwendig um herauszubekommen wieviel Geld das Unternehmen tatsächlich braucht und ob es in der Lage sein wird, Zins und Tilgung dafür zu bezahlen.

Die Grundlage von Controlling ist die Planung der künftigen Unternehmensentwicklung. Dazu braucht es nicht nur eine Vision, welches Ziel das Unternehmen erreichen will, sondern auch die konkrete Planung der einzelnen Etappen, die es auf diesem Weg zurücklegen muss. Dafür sind sowohl konkrete Planzahlen notwendig, als auch der ständige Abgleich zwischen der geplanten und der tatsächlichen Entwicklung.

Controlling ist notwendig um herauszubekommen wieviel Geld das Unternehmen tatsächlich braucht um seine gesetzten Ziele zu erreichen. Und ob es in der Lage sein wird, die notwendigen Zins- und Tilgungsleistungen dafür zu stemmen. Das alles lässt sich aber nur anhand konkreter Planzahlen erkennen. Alles andere ist wie Stochern im Nebel.

Reichen die eingeräumten Kredite nicht aus und das Unternehmen hat ungeplanten Finanzierungsbedarf, bringt das beide Seiten in eine Zwangslage. Banken bleibt dann oft nicht anderes übrig, als „gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen“. Das wollen sie natürlich auf alle Fälle vermeiden. Im Zweifeln gibt es dann halt keinen Kredit. Aber auch für das Unternehmen selbst ist es alles andere als angenehm, in einer Zwangssituation nach einer Finanzierung zu suchen.

 

2. Controlling ist die Basis für einen regelmäßigen und strukturierten Informationsaustausch zwischen Unternehmen und ihren Geldgebern

Vertrauen ist das A und O einer funktionierenden Geschäftsverbindung. Das gilt ganz besonders für Geldgeschäfte! Geldgeber erwarten, dass sie von den Unternehmen regelmäßig über die aktuelle Entwicklung informiert werden. Ein Unternehmen, das die relevanten Kennzahlen weder konsequent ermittelt, noch die Entwicklung zeitnah verfolgt, ist dazu aber nicht in der Lage.

Transparente Zahlen, die auf Basis nachvollziehbarer Tatsachen und nicht nach einem nebulösen Bauchgefühl ermittelt werden, sind die Grundlage für das notwendige Vertrauen.

 

3. Controlling gehört zu einer professionelle Unternehmensführung und ist damit ein Stück Vertrauensarbeit bei potenziellen Geldgebern

Ich will gar nicht bestreiten, dass es in bestimmten Situationen gut und richtig ist, auf sein Bauchgefühl zu hören. Ein Unternehmen aber nur nach Gefühl zu führen ohne handfeste Fakten einzubeziehen, führt schnell ins Fiasko. Selbst wenn die Auftragsbücher voll sind: Weiß man nicht Schwarz auf Weiß, welche Aufträge tatsächlich Gewinn bringen und bei welchen man letztendlich vielleicht sogar draufzahlt, kann das schnell in die Insolvenz führen, obwohl nach außen der Laden brummt.

Kein Controlling heißt keine professionelle Führung. Unprofessionell geführte Unternehmen will niemand finanzieren. Genauso wie sich niemand in ein Flugzeug ohne professionelle Crew setzen will. Eine glückliche Landung wäre purer Zufall.

 

4. Controlling versetzt Sie in die Lage, den Erfolg Ihres Unternehmens zu messen und Risiken frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern

Natürlich kommt es immer wieder vor, dass die tatsächliche Entwicklung von den Planungen abweicht. Durch den laufenden Soll-/Ist-Vergleich merkt ein Unternehmen aber schnell, wenn es nicht mehr auf Kurs ist. Dann können rechtzeitig Kurskorrekturen eingeleitet werden oder es wird nach einem anderen Weg gesucht, der auch zum Ziel führt.

Übrigens sind es gerade die Zwangslagen, wo man das Vertrauen der Bank braucht. Meldet Ihr Controlling rechtzeitig, dass ein Problem auftaucht, können Sie Finanzierungslücken mit dem Bankberater fundiert ansprechen und nach Lösungen suchen.

Einem Unternehmen, das ziellos umher irrt und vom Markt getrieben wird anstatt die Richtung selbst zu bestimmen, will niemand Geld anvertrauen.

 

5. Controlling ist notwendig, damit Wissen und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden kann

Selbst bei kleinen Unternehmen ist es wichtig, dass nicht nur der Chef „alles im Kopf hat“. Die Informationen müssen für ausgewählte Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Nicht zuletzt deshalb, weil nicht alles zusammen brechen darf, wenn der Chef ungeplant ausfällt.

Banken fürchten sich davor, dass ein Unternehmen, in das sie Geld investiert haben, plötzlich führungslos ist. Selbst können sie nicht eingreifen und bis eine neue Unternehmensführung gefunden und handlungsfähig ist, ist es für eine erfolgreiche Wende oft schon zu spät und das investierte Geld verloren.

 

Fazit

Es gibt also eine Reihe von guten Gründen, warum Banken Unternehmen Kredite verweigern, wenn sie keine fundierten (Plan-) Zahlen und Auswertungen vorlegen können. Aber in erster Linie ist ein funktionierendes Controlling immer noch das wichtigste Informations- und Steuerungsinstrument für das Unternehmen selbst.

 

 

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