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Beziehungen wollen gepflegt werden! Das gilt selbstverständlich auch für die Beziehung zu Ihrer Hausbank. Wird die Beziehungspflege vernachlässigt, kommt es unvermeidlich zu Problemen bis hin zur Trennung.  Aber keine Panik: Auch hier kommt das Beziehungsende nicht abrupt und ohne Vorwarnung. Vielmehr gibt es sichere Anzeichen für eine nahende Krise. Je früher Sie die Anzeichen erkennen und je sicherer Sie diese interpretieren können, desto größer sind die Chancen, einen ernsthaften Konflikt zu vermeiden.

Bei diesen Anzeichen sollten Sie hellhörig werden:

1. Ratingnote verschlechtert sich

Banken überprüfen regelmäßig die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Verschlechtert sich das Ratingergebnis, ist das für die Bank ein Alarmzeichen. Meist sind schlechte Bilanzzahlen, eine dürftige Informationspolitik oder unzuverlässige Kontoführung dafür verantwortlich. In diesem Zusammenhang ganz wichtig: Überziehen Sie Ihre Kreditlinie NIE – nicht mal für einen Tag und um einen Cent – ohne dies vorher zumindest mit ihrem Kundenbetreuer abzusprechen. Ungenehmigte Überbeziehungen führen zwangsläufig zu einer Herabstufung der Ratingnote.

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Bank Sie über die Veränderung der Ratingnote informiert, sondern suchen Sie von sich aus das Gespräch. Klären Sie mit ihrem Kundenbetreuer, aufgrund welcher Faktoren das Ratingergebnis zu Stande gekommen ist. Manche Negativpunkte wie mangelnde Transparenz und schlechte Informationspolitik lassen sich schnell beheben. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses gilt es, Möglichkeiten zur Steueroptimierung gegen die zur Ratingverbesserung abzuwägen.

 

2. Kreditzinsen sind zu hoch

Hohe Zinssätze sind immer ein Anzeichen für schlechte Ratingeinstufung. Seit Basel II muss seitens der Bank umso mehr Eigenkapital eingesetzt werden, je schlechter das Ratingergebnis des Kreditnehmers ausfällt. Deshalb zeigen Banken auch wenig Kompromissbereitschaft zur Zinssenkung. Erst wenn sich das Ratingergebnis verbessert, gibt es wieder Verhandlungsspielraum.

 

3. Forderung nach zusätzlichen Sicherheiten

Sicherheiten sollen das höhere Risiko aus einem schlechten Rating abfedern.  Banken beurteilen den Wert der Sicherheiten prinzipiell unter Notverwertungsgesichtspunkten und messen ihnen einen deutlich geringeren Wert als den tatsächlichen Marktwert bei. Schraubt die Bank die Anforderungen an die Sicherheiten extrem nach oben, ist das ein Zeichen, dass sie den Kreditnehmer loswerden will.

 

4. Linienerhöhung wird verweigert

Gerade wenn die Geschäfte gut laufen und der Umsatz steigt, steigt auch der Kapitalbedarf. In der Hektik des Tagesgeschäfts wird schon mal vergessen, sich rechtzeitig um eine Kreditlinienerhöhung zu kümmern. Müssen dringend Rechnungen bezahlt werden und die Kreditlinie ist voll ausgeschöpft, womöglich gar schon überzogen,  ist der richtige Zeitpunkt für die Gespräche verpasst. Ein sorgfältiger Unternehmer, dem die Bank gerne vertraut,  legt rechtzeitig aktuelle Planungen vor, aus denen der erhöhte Kapitalbedarf ersichtlich ist. Ist die Bank auch dann nicht bereit, das Wachstum zu begleiten, ist es an der Zeit, sich  nach einem anderenn Finanzierungspartner umsehen.

 

5. Wechsel des  Kundenbetreuers

Wechselnde Ansprechpartner sind nicht immer ein Krisenzeichen, sondern können auch mit  einem Strategiewechsel innerhalb der Bank zusammen hängen. Schätzt die Bank das Kreditengagement als problematisch ein, wird es üblicherweise in eine Spezialabteilung übergeben, wo Spezialisten den Kredit intensiv überwachen. Ab diesem Zeitpunkt gibt es für den Kreditnehmer wenig bis keinen Verhandlungsspielraum mehr. Hier hilft nur, die Vorgaben strikt einzuhalten und die Bank zu wechseln, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse wieder zulassen.

 

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