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Kennen Sie die Antwort, wenn Ihre Banker von Ihnen wissen wollen, wie sich der EBIT entwickelt hat? Oder wenn sie der Meinung sind, dass das EBITDA für einen weiteren Kredit nicht ausreicht? Keine Sorge: Sollten Sie jetzt nur große Fragezeichen vor Augen haben, stehen Sie damit ganz bestimmt nicht alleine da. Wenn Sie aber diesen kurzen Artikel fertig gelesen haben, können Sie im nächsten Kreditgespräch bei diesen Bemerkungen ganz souverän kontern.

EBIT

EBIT steht für „earnings before Interest and taxes“, also für „Ergebnis vor Zinsen und Steuern“. Es zeigt das Unternehmensergebnis, bevor die Aufwandspositionen Zinsen und Ertragsteuern abgezogen werden. Praktisch heißt das, dass Sie in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) lediglich zur Position „Betriebsergebnis“ (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) die Zinsen wieder dazuzählen müssen. Mit „Zinsen“ ist dabei das gesamte Finanzergebnis gemeint, also auch die Kosten für alternative Finanzierungen sowie die Erträge aus Finanzanlagen.

Die EBIT-Betrachtung beschäftigt sich also ausschließlich mit Rentabilität des operativen Kerngeschäfts eines Unternehmens. Mit der EBIT-Marge (EBIT/Umsatz*100%) wird die Ertragskraft von Unternehmen vergleichbar, unabhängig von ihrer Finanzierungsstruktur.

EBITDA

EBITDA ist die Abkürzung für „earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“, also für „Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen“. Um das EBITDA zu bekommen, brauchen Sie nur die Abschreibungen zum EBIT dazuzuzählen.

Für Kreditanalysten ist das eine ganz wichtige Kennzahl, denn sie zeigt, wieviel vom Ertrag noch für Kapitaldienstzahlungen (Zins und Tilgungen) zur Verfügung steht. Ziehen Sie vom EBITDA die Ertragssteuern und Kapitaldienstverpflichtungen für bestehende Kredite ab, sehen Sie gleich, wieviel Geld übrig bleibt, um Zinsen und Tilgungen für weitere Kredite zu bezahlen. Wenn Sie mehr zu Kapitaldienstfähigkeit und Kapitaldienstgrenze lesen wollen, bitte hier klicken.

Aussagekraft

Anders als das Betriebsergebnis ermöglicht der EBIT die Beurteilung der Ertragskraft von Unternehmen unabhängig von ihren Finanzierungskosten. Diese Kennzahl spiegelt also wieder, wie gut ein Unternehmen tatsächlich in seinem operativen Geschäft aufgestellt ist. Andererseits sind Zinsen natürlich auch Betriebskosten, die das Unternehmen regelmäßig erwirtschaften muss. Hohe Finanzierungskosten belasten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit sondern auch die Stabilität eines Unternehmens.

Mit dem EBITDA bekommt auch ein branchen- oder länderübergreifender Rentabilitätsvergleich mehr Aussagewert. Bei dieser Kennzahl bleiben auch noch die Abschreibungen außen vor. Daher wird das Ergebnis nicht von unterschiedlichen Abschreibungsmethoden oder -fristen beeinflusst. Trotzdem müssen auch die laufenden Abschreibungen kontinuierlich erwirtschaftet werden. Und anlageintensive Unternehmen haben nun mal einen größeren Bedarf an Reinvestitionen, als solche, die mit wenig Anlagevermögen auskommen. Insofern spiegelt auch diese Kennzahl eine Objektivität vor, die in der Realität so nicht unbedingt gegeben ist.

 

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