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Die wenigsten Unternehmen kommen ganz ohne Kredite aus. Kreditverhandlungen gehören also zu den Aufgaben eines Unternehmers – wenn auch meist nicht zu seinen bevorzugten. Heute habe ich meine alte Bankbrille hervorgeholt, denn ich kann Ihnen sagen: Der Banker kennt seine Pappenheimer! Es sind nämlich immer die gleichen Typen, die Geld wollen … sich aber manchmal die Suppe selbst verhageln.

Riskieren Sie doch mal einen Blick. Vielleicht finden Sie sich irgendwo wieder:

 

Der Unbekümmerte

Oops, das Konto ist leer, die Kreditlinie überzogen. Der Unbekümmerte hat mal wieder keine Ahnung wie das passieren konnte. Neulich war doch noch so viel Geld auf dem Konto. Na egal, … „da schau ich doch schnell mal bei der Bank vorbei, damit ich wieder Geld bekomme“.

Ich weiß es – aus meiner Zeit bei der Bank, aber auch aus vielen Jahren bei Kundeneinsätzen: Viele, auch sehr erfolgreiche Geschäftsleute sind nicht so die Zahlenmenschen. Das muss auch nicht sein, denn wenn Ihre Stärken in der Entwicklung, im Kundenkontakt oder im Marketing liegen: Wunderbar! Da gehen Sie drin auf und da läuft es auch gut.

Aber: Unternehmertum schließt zwingend die Verantwortung für die Zahlenseite mit ein. Es kann nicht angehen, mal eben vor einem leeren Konto zu stehen. Mal abgesehen davon, dass die Bank nicht so kurzfristig ihren Tresor aufsperrt: Die wollen Zahlen sehen und ein unkontrolliertes Auf und Ab, das immer mal mit Krediten überbrückt wird, sorgt nicht dafür, dass man offen für neue Kredite ist.

 

Der Träumer

Der Träumer hat Visionen, und das ist auch gut so. Aus seiner eigenen Sicht sind das sogar konkrete Ziele von Erfolg, Marktchancen und viel Gewinn. Geld ist für ihn Mittel zum Zweck, und weil er sich so stark auf das Was konzentriert, lässt er das Wie völlig außen vor. Es hapert an einer klaren Strategie, wie die Ziele erreicht werden sollen. Ganz oft liegt das an mangelndem Geschäftssinn, also an einem fehlenden kaufmännischen Fundament.

Konkrete Planungen und Machbarkeitsanalysen… Fehlanzeige. Genau das wird bei der Bank zum Stolperstein, denn ein „Gebt mir erst mal Geld, dann zeig ich euch schon, dass ich es kann“ reicht nicht aus. So stellt sich der Träumer leider oft schon im Anlauf ein Bein und auch wenn das Projekt wirklich genial ist, wird die Welt so nie etwas davon zu sehen bekommen.

 

Der Pechvogel

Bei ihm läuft prinzipiell alles super, aber leider, leider … In letzter Zeit hat er einfach zu viel Pech gehabt. Schuld sind natürlich immer die anderen, der kalte Winter, der heiße Sommer …

Aber jetzt hat er alles im Griff und wenn er einen Kredit bekommt, wird alles gut. Dieser Typ hat ein wirkliches Dilemma, denn erstens bekommt er so kein Geld. Aber auch wenn er lernt, seine Geschäftsidee mit Zahlen zu untermauern und es schafft, eine Bank zu überzeugen, so läuft er Gefahr, Schulden anzuhäufen. Pechvögel, die sich immer und überall als Opfer fühlen und das Problem mit einem weiteren Kredit lösen wollen (und teilweise auch können), fahren nicht nur ihr Business gerne mal an die Wand, sondern stehen am Ende vor einem Schuldenberg.

 

Der Vergangenheitsbezogene

Das sind UnternehmerInnen, die die Zahlen aus den letzten Jahresabschlüssen fast auswendig aufsagen und alle Kennzahlen aus dem laufenden Geschäftsjahr kennen. Aber: Bei der Frage, wo sie mit ihrem Unternehmen in Zukunft hin wollen, müssen sie passen. Bisher ist es immer gut gegangen, warum soll sich da was ändern? Dieser Typ hält nichts davon, Planungen aufzustellen, denn er muss es ja eh nehmen wie es kommt. Oft sind das auch UnternehmerInnen, die bisher nie jemandem etwas schuldig geblieben sind, auch wenn sie kurzzeitig Geld leihen mussten.

Doch das Bankgeschäft ist in den letzten Jahren deutlich härter geworden, ja, auch für die Banken: Vergangenheitsbezogene hatten bisher immer noch gute Chancen, Kredit zu bekommen. Frei nach dem Motto: Wer bisher gutes Geld verdienen konnte, wird es wohl auch künftig können. Diese Einstellung ist bei den Banken gerade auf dem Rückzug! Jetzt ist die Absicherung der Zins- und Tilgungsleistungen wichtiger denn je – und das heißt: eine fundierte Zukunftsplanung gibt den Ausschlag.

 

Der bodenständige Visionär

Und dann gibt es noch die UnternehmerInnen, die genau wissen, wo sie mit ihrem Unternehmen stehen. Sie wissen, was gut läuft aber auch, wo es immer wieder hakt. Und … sie haben Visionen. Aber keine Larifari-Hirngespinste, sondern handfeste Ideen, die sich rechnen.

Sie wissen ganz genau, wo sie hin wollen und was sie dafür brauchen, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen. Auch für das Bankgespräch wird alles sorgfältig und vor allem schriftlich vorbereitet. Nur so können sie sicher sein, dass die Informationen auch richtig bei allen Entscheidern ankommen. Spätestens nach dem zweiten Gespräch begrüßt ihr Banker sie wie einen Freund, denn hier spricht man die gleiche Sprache und weiß, wie wichtig Vertrauen und Offenheit für beide Seiten sind. Bodenständige Visionäre haben selten Probleme Kredit zu bekommen.

 

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