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Auch Banken leihen sich Geld – entweder untereinander oder von  der Deutschen Bundesbank. Um von dort Geld zu bekommen, müssen Banken Sicherheiten geben. Beispielsweise die Abtretung von  Kreditforderungen an Unternehmen.  Die Bundesbank akzeptiert aber nicht Forderungen an jedes Unternehmen, sondern nur an solche, denen sie die sogenannte „Notenbankfähigkeit“ bescheinigt hat. Dafür prüft sie im Rahmen einer umfassenden Bonitätsanalyse die Kreditwürdigkeit der vorgeschlagenen Unternehmen. Diesen Service können nicht nur Banken, sondern auch interessierte Unternehmen selbst in Anspruch nehmen. Und das Ganze sogar kostenlos!

 

Wie geht das?

Im Zentrum der Bonitätsanalyse steht die Auswertung der Jahresabschlüsse mindestens der letzten beiden Geschäftsjahre. Die Beurteilung erfolgt aber nicht ausschließlich anhand der nackten Zahlen. Auch die unternehmensspezifischen Verhältnisse, die aktuelle Unternehmensentwicklung und die Zukunftspotenziale fließen in die Beurteilung ein. Dazu reichen allerdings die Jahresabschlüsse allein nicht aus. Je besser  Sondereinflüsse  wie Entwicklungskosten für innovative Produkte, Investitionen in moderne Anlagen,  Einarbeitung neuer Mitarbeiter…  und der damit einhergehende künftige Nutzen dargestellt und plausibel begründet werden,  desto eher werden sie positiv  in die Beurteilung einfließen. Es lohnt sich also, schriftlich darüber zu berichten.

 

Ergebnisse?

Am Ende des Beurteilungsprozesses steht eine Note auf der Skala zwischen 1 und 7. Nur Unternehmen, die zwischen 1 und 4 eingestuft sind, bekommen das Gütesiegel „notenbankfähig“.

Aber das ist lange noch nicht alles. Nach Abschluss der Auswertungen erhält das Unternehmen ein „Faktenblatt“, in dem  die wichtigsten Kennzahlen zur Ertragslage, Liquidität und Kapitalstruktur des Unternehmens dargestellt sind. Diese Kennzahlen werden für drei aufeinanderfolgende Jahre berechnet. So kann die Entwicklung der einzelnen Parameter im Zeitverlauf nachverfolgt werden. Zusätzlich werden die jeweiligen Branchen-Vergleichswerte entsprechend der Größenzuordnung des Unternehmens angegeben. Daraus lassen sich interessante Rückschlüsse zur Stellung des Unternehmens im Wettbewerb ziehen. Wo ist es besser, wo schlechter als die Vergleichsunternehmen? Wo gibt es Potenzial für Verbesserungen?  Details zu den notenbanfähigen Sicherheiten und zur Bonitätsanalyse finden Sie auf der Seite der Deutschen Bundesbank.

 

Nutzen fürs Unternehmen?

Allein wegen der professionellen Bilanzanalyse und dem neutralen Blick von außen auf das Unternehmen lohnt sich die Teilnahme an dem Analyseverfahren.  Erhält das Unternehmen darüber hinaus das Siegel „notenbankfähig“, bringt das weitere Vorteile. Zum einen beim Zinssatz, denn Sie bringen ja eine günstige Refinanzierung für Ihre Bank selbst mit und können in diesem Punkt neu verhandeln. Zum anderen bei der Ratingbeurteilung. Sieht die bei Ihrer Bank schlechter aus, sollten Sie auf einer Begründung bestehen bzw. mit Blick auf künftige Kreditverhandlungen fordern, dass diese überarbeitet wird.

 

Nicht notenbankfähig. Wie geht’s weiter?

Aber auch wenn das Urteil „nicht notenbankfähig“ herauskommen sollte, ist das kein Drama.  Erstens ist das keineswegs gleichbedeutend mit „nicht kreditwürdig“. Zweitens werden alle Daten streng vertraulich behandelt.  Kein Außenstehender, auch nicht die Hausbank erfährt von der Beurteilung. Und drittens können Sie Jahr für Jahr an dem Bonitätsanalyseverfahren teilnehmen und dabei auf der Grundlage der Analyseergebnisse konsequent an der Weiterentwicklung des Unternehmens arbeiten. Dann bekommt es irgendwann auch das begehrte Gütesiegel.

 

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