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Es ist ein Jammer…! Auf der einen Seite stehen gut gepflegte und abbezahlte Maschinen im Unternehmen, auf der anderen Seite fehlt das Geld, um fällige Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Beim Verkauf würden die Maschinen noch gutes Geld bringen. Das geht aber nicht, da sie für die Produktion dringend gebraucht werden. Andererseits macht es keinen Sinn, die Maschinen der Bank als Kreditsicherheit anzubieten.  Dort werden ihnen in der Regel kein oder nur ein geringer Beleihungswert zugestanden.

Ein Ausweg aus dieser Situation kann Sale-and-Lease-back sein. Bei dieser Sonderform des Leasings verkauft das Unternehmen Vermögensgegenstände zum aktuellen Verkehrswert an eine Leasinggesellschaft und least sie sofort wieder zurück. Damit lässt sich das im Anlagevermögen gebundenes Kapital schnell frei setzen, wobei das verkaufte Vermögen sofort weiter genutzt werden kann.

Geeignetes Anlagevermögen?

Für Sale-and-Lease-back -Transaktionen sind prinzipiell alle Vermögenswerte geeignet: Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge oder sogar Patente. Gern gesehen sind Unternehmen mit großen, gut gepflegten Maschinenparks. Schwierig wird es bei Spezialmaschinen, für die es keinen Gebrauchtmarkt gibt.

Allerdings müssen die Anlagegüter einen gewissen Mindestwert haben: Sale-and-Lease-back von Immobilien klappt meist ab einem Verkehrswert von 1 Mio. €, besser 2 Mio. €. Bei  Maschinen liegt das Mindestfinanzierungsvolumen in der Regel bei 200.000 €.

Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen

Gegenüber einer Kreditfinanzierung bietet dieses Verfahren eine Reihe interessanter Vorteile

  1. Durch den Verkauf verschwindet das Anlagegut aus der Bilanz. Dadurch verringert sich die Bilanzsumme und die Eigenkapitalquote erhöht sich.
  2. Beim Verkauf wird das Anlagegut neu bewertet. Nicht selten ist der aktuelle Marktwert deutlich höher als der bilanzierte Buchwert. Dadurch werden stille Reserven aufgedeckt, was wiederum die Eigenkapitalbasis des Unternehmens stärkt.
  3. Anders als beim Bankkredit ist der Wert des Anlagegutes ausschlaggebend und nicht die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Gerade für Unternehmen mit schwacher Ratingeinstufung ist das ein wichtiger Gesichtspunkt.

Allerdings gibt es auch Nachteile der Sale-and-Lease-back-Finanzierung:

  1. Die Kosten sind um einiges höher als für einen Bankkredit. Damit belasten die Leasingraten das Unternehmen künftig mehr als der Kapitaldienst für einen vergleichbaren Bankkredit.
  2. Es gibt nur wenige Anbieter für Sale-and-Lease-back –Transaktionen. In den letzten Jahren haben sich einige dieser Spezial-Leasinggesellschaften die Finger verbrannt und sind vom Markt verschwunden oder haben jetzt ein Refinanzierungsproblem. Am ehesten werden Sie derzeit bei Leasinggesellschaften mit Bankhintergrund fündig.

Psychologischer Effekt

Besonders inhabergeführte Unternehmen tun sich oft schwer damit, Eigentum zu verkaufen und erneut abzubezahlen. Aber gerade in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, in der die Unternehmensrentabilität beispielsweise durch hohe Vorlaufkosten für die Einführung neuer Produkte belastet ist, kann Sale-and-Lease-back ein interessanter Finanzierungsbaustein sein. Kreditlinien werden geschont und aufgrund der beschriebenen Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote verbessert sich das Ratingergebnis. Dadurch werden künftige Kreditaufnahmen eher möglich.

 

 

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