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Der Gewinn alleine sagt nur wenig über den Erfolg eines Unternehmens aus. Für die Erfolgsbeurteilung ist ausschlagegebend, was eingesetzt werden musste – an Kapital, an Arbeitskraft, an Vorarbeiten und Risikobereitschaft – um das ausgewiesene Ergebnis zu erreichen. Dazu werden erfolgsbestimmende Einzelfaktoren zueinander in Beziehung gesetzt und so Kennzahlen gebildet.

 

Bilanzen verstehen mit Kennzahlen: Teil II –  Erfolgskennzahlen

(Teil I finden Sie hier)

Erfolgskennzahlen erlauben damit einen Einblick in die tatsächlichen Ursachen für Erfolg oder Verlust einer Unternehmung!

Kennzahl : „Umsatzrentabilität“

Die Umsatzrentabilität, auch Umsatzrendite genannt, stellt den auf den Umsatz bezogenen Gewinnanteil dar. Eine Umsatzrendite von 10% bedeutet, dass mit jedem umgesetzten Euro ein Gewinn von 10 Cent erwirtschaftet wurde. Eine steigende Umsatzrentabilität deutet bei unverändertem Verkaufspreis auf eine zunehmende Produktivität im Unternehmen hin, während eine sinkende Umsatzrentabilität auf sinkende Produktivität und damit auf steigende Kosten hinweist.

Umsatzrendite

 

 

Um diese Kennzahl nicht durch außerordentliche Ergebnisfaktoren zu verfälschen, wird für die Erfolgsbeurteilung meist das „Betriebs- + Finanzergebnis“ und nicht der Gewinn zugrunde gelegt. In diesem Ergebnis sind weder außerordentlichen Erträge und Aufwendungen und noch Steuern enthalten, die das Ergebnis verfälschen können.

Die Höhe der Umsatzrendite ist stark branchenabhängig. Im Einzelhandel (vor allem im Lebensmitteleinzelhandel) ist sie deutlich niedriger als in anlageintensiven Produktionsunternehmen. Dort gelten Unternehmen erst mit einer Umsatzrendite größer 10 % als renditestark.

 

Kennzahl : „Eigenkapitalrentabilität“

Eigenkapital haftet für alle Verpflichtungen des Unternehmens. Anders als beim Fremdkapital (Kredit) werden für Eigenkapital keine Sicherheiten gestellt. Geht etwas schief, ist das Geld meist komplett verloren, da alle Verbindlichkeiten vollständig bezahlt sein müssen, bevor ein Eigenkapitalgeber sein eingesetztes Kapital zurückbekommt. Entsprechend hoch sind die Renditeerwartungen der Eigenkapitalgeber. Sogar in der jetzigen Niedrigzinsphase erwarten auch mittelstandsorientierte  Beteiligungsgesellschaften selbst bei etablierten Unternehmen eine Rendite von mehr als 10 % p.a. auf das eingesetzte Kapital.

EK-Rendite

 

 

Im übrigem sollten nicht nur Kapitalinvestoren sondern auch die Unternehmer selbst für ihr eingesetztes Kapital diese Renditeanforderungen stellen.

Die Eigenkapitalrendite isoliert betrachtet, sagt aber noch nicht viel über den Unternehmenserfolg aus. Bei konstanter Ertragssituation ist die Eigenkapitalrendite umso höher, je weniger Eigenkapital eingesetzt ist. Deshalb ist es sinnvoll, parallel auch einen Blick auf die Gesamtkapitalrentabilität zu werfen.

 

Kennzahl : „Gesamtkapitalrentabilität“

Zur Berechnung der Gesamtkapitalrendite werden zur Summe aus Betriebs- und Finanzergebnis die bezahlten Fremdkapitalzinsen wieder addiert, da sie den schon ausbezahlten Teil der Kapitalkosten darstellen und bei Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität mit berücksichtigt werden müssen.

Gesamtkapitalrentabilität

 

 

Die Gesamtkapitalrentabilität zeigt also, wie das gesamte, im Unternehmen gebundene Kapital verzinst wird. Da die Zinsen für Fremdkapital deutlich niedriger sind, als die Renditen, die Eigenkapitalgeber erwarten, ist es durchaus sinnvoll, das Unternehmen  teilweise über Krediten zu finanzieren. Wie im Teil I zum Thema „Eigenkapitalquote“ ausgeführt, ist auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital zu achten, um die Unternehmensstabilität nicht zu gefährden.

 

Kennzahl „Cash-flow-Rate“ und Cash-flow

In der Bilanzbesprechung mit Ihrer Bank werden Sie früher oder später mit dem Begriff „Cash-flow“ konfrontiert. Eines vorneweg; Es gibt weder eine sinnvolle deutsche Übersetzung des Begriffes noch ein einheitliches und ausschließlich gültiges Ermittlungsverfahren.

Prinzipiell sagt der Cash-flow aus, inwieweit das Unternehmen in der Lage ist, sich aus eigener Kraft zu finanzieren (Innenfinanzierungskraft).

In der Bankpraxis wird der Cash-flow üblicherweise wie folgt berechnet:

Cash-flow

 

 

 

 

 

Der Cash-flow gibt somit darüber Auskunft, welche Zins- und Tilgungsleistungen das Unternehmen erbringen kann. Je höher der Cash-flow, desto besser die Kreditwürdigkeit des Unternehmens.

Die Cash-flow-Rate zeigt auf, welcher Anteil des Umsatzes im Unternehmen verbleibt und für Investitionen, Kapitaltilgung und Gewinnausschüttung zur Verfügung steht.

Cash-flow-Rate

 

 

Je höher die Cashflow-Rate, desto eher ist das Unternehmen in der Lage, zukünftig Chancen zu nutzen und Risiken abzuwehren, weil ein höherer Anteil vom Umsatz für Investitionenen in die Zukunft zur Verfügung steht.

Info-II

 

 

 

 

 

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